Zuverlässigkeit und Einsatz für das Team zahlt sich eben aus, das wissen die Jungs vom Fußball-Integrationsprojekt „Doppelpass“ spätestens seit dieser Woche: Für ihr regelmäßige Teilnahme am Training und dem dazugehörigen Sprachunterricht durften 20 von ihnen jetzt drei Tage im hohen Norden verbringen, um ein Freundschaftsspiel des Hamburger SV zu sehen – und sogar HSV-Trainer Bruno Labbadia höchst persönlich treffen.

HamburgTeam_mit_Labbadia

Der Ex-Armine ist ein guter Freund von Uwe Fuchs, ebenfalls ein ehemaliger DSC-Kicker und Mitbegründer vom Verein „Bielefeld United“. Seit einem halben Jahr setzt sich United für die Integration von jungen Geflüchteten und für benachteiligten Kinder der Stadt ein, unter anderem durch das „Doppelpass“. „In einer Zeit, in der jeder nur durch das Leben huscht, ist es unsere Pflicht, einem Verein wie Bielefeld United zu helfen“, sagte Bruno Labbadia. Gesagt, getan: Die Einnahmen des Freundschaftsspiels, immerhin 5000 Euro, fließen direkt ins Projekt. Den Scheck durfte Karsten Bremke stellvertretend für den Verein entgegennehmen.

„Die Jungs haben in den drei Tage unheimlich viel darüber gelernt, wie das Leben in Deutschland funktioniert“, erklärte Janine Leifert, Koordinatorin von Bielefeld United. Denn schließlich haben die Doppelpass-Teilnehmer nicht nur die HSV-Kicker getroffen, sondern auch die Hansestadt von ihrer besten Seite erlebt: Das Stadion, das dazugehörige Museum und natürlich der Hafen. Minigolfen stand ebenso auf dem Plan wie ein echtes, nordisches Mittagessen mit Fisch. Den Tag nach dem Testspiel nutzten die Nachwuchskicker außerdem für einen Ausflug an die Ostsee. Auch wenn der Sprung ins kalte Wasser etwas Überwindung gekostet hat, kam zum Abschluss der Tour noch einmal Urlaubsstimmung auf.

Die Hamburg-Fahrt fand in Kooperation mit dem Verein Tabula im Rahmen der Ferienschule statt, die Johanniter übernahmen den Transport mit dem Bulli. Am Donnerstag und Freitag wurde die Fahrt nach Hamburg in den Räumlichkeiten der Laborschule im Sprachunterricht nachbereitet und natürlich auch noch viel gekickt. Seit den Osterferien finden im Rahmen des Doppelpass-Projektes regelmäßig Trainingseinheiten für benachteiligte Kinder und Jugendliche aus Bielefeld sowie junge Geflüchtete statt. Daneben gibt es noch das Projekt „Spielmacher “ in dem junge, aber nicht mehr schulpfichtige Erwachsene nicht nur Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und Leistungsbereitschaft lernen sollen – nicht nur im Fußball wichtige Eigenschaften. Auch hier steht neben dem sportlichen Aspekt das Erlernen der deutschen Sprache im Fokus.