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Dass die Türöffner-Funktion des Fußballs nicht zu leugnen ist, hat unser Ostercamp vergangene Woche bewiesen. 16 Jungs, Schüler der Brodhagenschule und jugendliche Geflüchtete, lernten und kickten hier gemeinsam. Das Camp war der Auftakt für das Tandem-Projekt ›Doppelpass‹, welches von jetzt an jeden Samstag stattfindet.

Wir starten Donnerstag morgen mit dem Deutschunterricht. Erste Aufgabe ist es, ein Spielerprofil anzulegen. Neben den üblichen Punkten eines Steckbriefes können die Schüler hier, wie auch die Profis, ihre Position und (Wunsch)Rückennummer eintragen. Als Vorbild dient das Profil Stephan Salgers, das groß auf der Leinwand angezeigt wird warum, wird noch nicht verraten. Doch als es dann darum geht, Fragen an den Profi-Fußballer vorzubereiten, wird es langsam mehr als verdächtig und man kann hören, wie die Schüler aufgeregt anfangen ihre Köpfe zusammenzustecken. Es dauert nicht mehr lange bis die vage Vermutung dann auch bestätigt wird: Stephan Salger, Spieler des DSC Arminia Bielefeld, wird nachmittags vorbeikommen, um den Jungs Rede und Antwort zu stehen.

Als ob das nicht Überraschung genug wäre: Um den Unterricht ausklingen zu lassen, gucken wir Videos von Uwe Fuchs, wie er vor 20 Jahren Tore für Middlesbrough schießt. Während die Blicke der Gruppe am Bildschirm gefesselt sind, schleicht sich Uwe klammheimlich ins Klassenzimmer. Plötzlich wechseln ungläubige Blicke zwischen Bildschirm und Uwe hin und her.

Die Motivation mit einem echten Profi zu trainieren, kann man leicht an der Zeit messen, die zum Umziehen gebraucht wird. Schätzungsweise knappe zwei Minuten. Als dann die Bälle aus dem Netz gelassen werden, kann es endlich losgehen. Zwischendurch müssen die Jungs jedoch auch mal gebremst werden: „Wer quasselt, fliegt raus!“ lautet die deutliche Ansage von Uwe „Und das gilt auch für Lehrer und Zuschauer!“. Denn in der Halle geht es nicht nur um die körperliche Fitness, sondern ebenso um das Einhalten von Gruppenregeln, dem Respekt vor dem Gegenüber und dem emotionalen Umgang von Erfolg und Misserfolg. Dazu herrschen klare Regeln, die für alle gelten.

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Nach dem Üben von kurzen Pässen werden fleißig Kopfbälle geübt. Beim Eins gegen Eins geht es ebenfalls heiß her, doch spätestens beim Zwischenstopp „Liegestütz“ kommt auch der Letzte ins Schwitzen.

Während die Jungs sich umziehen, erreicht unser Gast das Schulgelände. Jetzt kann die Fragerunde losgehen: „Wie viele rote Karten hast du schon kassiert?“ fragt ein Teilnehmer. Salger antwortet schnell: „Eine!“ und ergänzt noch schneller „Aber die war dumm!“. Auch er weiß um die Wichtigkeit des Charakters, wenn man es im Fußball weit bringen will.

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Nach einer kleinen Stärkung geht es auf die Alm, wo wir schon vom Stadionguide erwartet werden. Die Kirsche auf der Sahnehaube des heutigen Tages – etwa 90 Minuten bekommen wir in das Einblick, was dem normalen Fan und Besucher sonst verborgen bleibt. Wer wusste schon, dass es in der Arminia-Kabine einen Whirlpool gibt?

Am späten Nachmittag, als wir die Schüco-Arena verlassen, blicken wir gemeinsam erschöpft auf einen anstrengenden, aber mindestens doppelt so tollen Tag zurück. Es bleibt bis hierher nur zu sagen: Auf einen gelungenen Start und viele weitere spannende Erlebnisse beim Projekt ›Doppelpass‹ in Bielefeld!

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